Der Škoda Octavia ist seit 1996 das erste Modell von Škoda, das komplett unter der Führung von Volkswagen erstellt wurde. Der Octavia ist ein Modell der unteren Mittelklasse und nutzt die Konzernplattform des VW Golf, die für den Octavia etwas verlängert wurde. Dadurch bietet der Octavia einen ungewöhnlich großen Kofferraum und konkurriert daher auch mit der Mittelklasse. Die Produktion erfolgt in Mladá Boleslav bzw. in Vrchlabí.
Mit dem Octavia war 2005 erstmals ein Škoda das meistgekaufte Importauto in Deutschland. 51.015 Zulassungen bedeuten gleichzeitig das bisher beste Ergebnis eines ausländischen Mittelklasse-Pkw. 2006 konnte der Octavia seinen Titel als Importauto Nummer 1 verteidigen und seine Verkaufszahlen auf 56.745 Exemplare steigern. Diese Zahl übersteigt die der verkauften Opel Vectra und Ford Mondeo zusammen.
Der Modellname Octavia wurde bereits von 1959 an für den umbenannten Škoda 440 Spartak/445 verwendet. Der damalige Octavia kann allerdings nicht als Vorgänger der modernen Baureihe gesehen werden.
Der Skoda Octavia I wird seit 1996 gebaut und in den Ausstattungsvarianten LX, GLX und SLX sowie später „Laurin & Klement“ angeboten. Ziel der Entwickler war es, dass bei einem Aufprall bis 15km/h keine Hauptteile (etwa Motorhaube, Heckklappe) beschädigt werden. Es ist Škodas erstes Auto in der Mittelklasse und basiert wie der VW Golf IV und andere Konzernmodelle auf der Plattform PQ34. Im Oktober 2000, zum Modelljahr 2001, bekam der Octavia I ein Facelift. Dabei erhielt er standardmäßig Klarglasscheinwerfer, geänderte Stoßfänger, ein überarbeitetes Armaturenbrett mit geändertem Tachometer sowie eine Wartungsintervallverlängerung. Außerdem wurden optional Xenon-Scheinwerfer, Regensensor, TMC-Navigationsgeräte, Heckwischer für Limousinen, elektrisch verstellbare Vordersitze und ESP angeboten. Hinzu kamen konstruktive Veränderungen, wie etwa eine Dachversteifung zwischen den veränderten B-Säulen, Eckversteifungen im Motorraum, einer veränderten Wegfahrsperre, die vorgeschriebene EOBD-Diagnose und ein weiterer CAN-Bus für die Komfortfunktionen. Außerdem wurden die Ausstattungsvarianten LX, GLX und SLX in Classic, Ambiente und Elegance gewandelt, die auch für den Octavia II gelten. Zudem wurde eine Sportvariante, der Octavia RS mit 132kW (180 PS) Leistung, eingeführt. Es gibt Sondermodelle wie Business, Family, Collection, Rider, Drive, Celebrate, RS-WRC, GT, Sport. Die beiden Karosserievarianten, Limousine und Combi, werden heute noch als Sondermodell Tour, in Österreich Drive, parallel zum Octavia II weitergebaut.
Modellgeschichte
1997 Einführung der Limousine mit 1.6 (55 kW), 1.8 20V (92 kW) und 1.9 TDI (66 kW)
1998 Einführung des Combi mit 1.6 (74 kW), 1.8 20V (92 kW), 1.8 Turbo (110 kW) und 1.9 TDI (66 und 81 kW)
1999 Combi mit 1,9-Liter-TDI auch mit Allradantrieb, ABS und Seitenairbags Serie, Sondermodell Laurin&Klement (Ledersitze, Klarglasscheinwerfer aus Glas, Alufelgen uvm.) Neue 1,9-Liter-SDI-Motor (50 kW)
2001 Facelift, neuer 1,4-Liter-Motor, Allradkombi zusätzlich mit 1.8 20V Turbo und 1.9 TDI Limousine mit Allrad, Sportmodell RS mit (132 kW)
2002 RS auch als Kombi
2003 Einführung des 1.9 TDI mit 96 kW
2004 Neuer Octavia kommt auf den Markt. Altes Modell wird mit eingeschränkter Motorenpalette in Deutschland unter dem Namen Tour (in Österreich Drive) weiterverkauft.
Auf Basis des Facelifts wurde zwischen 2000 und 2004 der Octavia RS mit einem 1,8 Liter Turbomotor mit 132kW gebaut, der einen Heckspoiler und andere Stoßfänger als die anderen Varianten erhielt. Serienmäßig waren in Deutschland Xenonscheinwerfer und eigene Felgen. Insgesamt waren 4 Farblackierungen erhältlich; gelb, rot, schwarz und weiß. Hinzu kam ein Sondermodell RS WRC, dass sich an die Gestaltung der Ralleyfahrzeuge orientierte.
Die zweite Generation des Octavia wurde 2004 eingeführt. Er basiert auf der Plattform PQ35, die auch Audi A3, Seat Leon sowie Altea, VW Golf V sowie VW Golf Plus und VW Touran verwenden. Mit einer neuen Motorenpallette, die sich der Octavia mit den anderen Modellen seiner Plattform teilt, kamen Karrosserieänderungen sowie mehr Beinfreiheit im Fond und erhöhte Bodenfreiheit bei Vorder-und Rückseite, um das Risiko des Aufsetzens an Bodenwellen und hohen Bordsteinkanten zu verringern. 2006 gewann der Octavia Combi den red dot design award in der Kategorie Produktdesign. Produziert wird der Octavia in Europa in den Werken Mladá Boleslav und Vrchlabí in Tschechien
In Indien wird die 2. Generation des Octavias als Laura vermarktet, um ihn von seiner 1. Generation zu unterscheiden[3]
Modellgeschichte
2006: Das ESP wird um die Funktion Dynamic Steering Control erweitert. Des Weiteren wird die Aufpreisliste um die Berganfahrhilfe (Hill Hold Control) ergänzt. Der 2.0 TDI wird in die Motorenpalette aufgenommen.
2007: Der vormals 55 kW 1,4-16V-Benziner erstarkt auf 59 kW. Der 1.9 TDI ist mit Partikelfilter erhältlich. Das Radio Stream wird um eine MP3-Funktion erweitert. Seit November 2007 bietet Škoda mit dem Octavia Kombi II 1,6 l CNG auch erstmals ein Fahrzeug mit bivalentem Antrieb Erdgas/Benzin an.[4]
2008: Der 2.0 FSI wird teilweise durch den 1.8 T FSI ersetzt. Die Aufpreisliste wird um Abbiegelicht und eine silbernfarbene Dachreling ergänzt. Der 2,0 Liter Diesel 125 kW im RS ist seit April 2008 als erster von Pumpe-Düse auf Common-Rail umgestellt und wird wahlweise mit DSG-Getriebe geliefert.
Seit 2005 ist der sportlichere Octavia RS sowohl als Combi als auch als Limousine erhältlich. Die Benzinversion mit 147 kW (200 PS) wurde im Jahre 2006 durch einen Diesel mit 125 kW (170 PS) ergänzt. Unterschiede zum Serienfahrzeug sind die serienmäßigen Xenonscheinwerfer sowie eine geänderte Frontpartie mit größerer Ansaugöffnung und eine geänderte Heckschürze mit Rückstrahlern und Duplex-Auspuffanlage.
Octavia Scout
Octavia Scout
Heckansicht
Seit 2007 ist mit dem Octavia Scout eine Soft-Offroad-Variante des Octavia im Angebot. Dieser bietet durch Allradantrieb und erhöhte Bodenfreiheit eine verbesserte Geländetauglichkeit. Die Karosseriehöherlegung wurde gegenüber dem Octavia 4x4 um weitere vier Zentimeter auf nunmehr 18 cm gesteigert. Die Kraftverteilung auf alle vier Räder erfolgt über eine Haldex-Lamellenkupplung. Diese Antriebseinheit kommt auch im Golf V und im A3 von Audi zum Einsatz.
Facelift 2008
Am 3. Januar 2009 erfolgt der Marktstart der modellgepflegten Version des Octavia, die Škoda im Oktober 2008 auf der Mondial de l'Automobile in Paris vorstellte. Dabei wurde das ab Ende 2008 bestellbare Fahrzeug sowohl optisch, als auch technisch überarbeitet. An der Front wurde die Form der Scheinwerfer und Nebelleuchten verändert, die Motorhaube stärker konturiert und der Kühlergrill abgeändert. Außerdem wurde der untere Lufteinlass verschmälert und die Stoßleisten aus schwarzem Kunststoff entfallen. Weiterhin erhält das überarbeitete Modell größere Außenspiegel und lackierte Seitenschutzleisten. Am Heck wurde das Design der Rückleuchten modifiziert und die Reflektoren befinden sich nun – wie bereits zuvor bei den RS-Modellen – im unteren Teil des nun komplett in Wagenfarbe lackierten Stoßfängers, dessen Form ebenfalls verändert wurde. Des Weiteren stehen neue Außenlackierungen und Leichtmetallräder zur Verfügung. Im Innenraum gibt es andere Sitzbezüge und hochwertigere Materialien. Ebenfalls verändert wurden die Bedieneinheit für die Klimaanlage/-automtik, die Audioanlage, das Lenkrad und die Instrumententafel.
Als neue Motorisierung gibt es den 1.4 TSI mit 90 kW (122 PS), der, wie nun alle TSI-Motoren, mit dem Siebenstufen-DSG-Getriebe kombiniert werden kann. Ebenso sind optional Bi-Xenonscheinwerfer mit Kurvenlicht und serienmäßig vordere Kopfstützen mit Schleudertraumaschutz erhältlich.[5]
Quellen
↑ Škoda Octavia Betriebsanleitung, dänisch 10.1999
↑ Škoda Octavia Tour Betriebsanleitung, dänisch 04.2007